Hinweise zur Entstörung

Installationshinweise für den Einsatz von Thyristor-gesteuerten Beleuchtungsanlagen in Verbindung mit elektro-akustischen Anlagen.

Bei der Errichtung von Lichtstellanlagen mit Halbleiter-Bauelementen (Thyristoren, Triacs) sind zur Sicherstellung von einwandfreien Betriebsverhältnissen und zur Einhaltung der VDE-Bestimmungen einige Punkte zu beachten.

Im folgenden sind die wesentlichsten Gesichtpunkte zusamengefaßt, die nach den bisherigen Erfahrungen mit Thyristor-Lichtstellanlagen berücksichtigt werden sollen, damit die Anlagen nicht störend auf andere Systeme einwirken.


1. Entstehung der Störungen

Bei der Anschnittsteuerung mit Thyristoren oder Triacs wird in Abhängigkeit von der Ansteuerung (vom Zündwinkel) von jeder Halbwelle der Versorgungsspannung nur ein Teil freigegeben. Das dadurch entstehende, sprungweise Ansteigen der Spannung bzw. des Stromes erzeugt ein Spektrum von Schwingungen, das sich in die einzelnen Oberschwingungsteile zerlegen läßt.

Durch diese Oberwellen können Funkempfangseinrichtungen oder elektroakustische Anlagen, wie Lautsprecher-, Dolmetscher- oder Schwerhörigen-Anlagen gestört werden. Grundsätzlich muß unterschieden werden zwischen Funkentstörung (Hochfrequenzstörungen) im Bereich von 150 kHz bis 30 MHz und Störungen im Niederfrequenzbereich von ca. 50 Hz bis 20 kHz. Diese Störungen wirken sich ganz verschieden aus, so hat z.B. die Einhaltung eines Funkentstörgrades überhaupt keinen Einfluß auf die Störsicherheit im NF-Bereich, z.B. auf Schwerhörigen-Anlagen.


2. Funkentstörung

2.1 Allgemeines

Nach VDE 0875 § 6 müssen alle Geräte oder Anlagen so entstört sein, daß sie dem Funkentstörgrad "N" entsprechen. Die Bestimmungen beziehen sich auf Störungen im HF-Bereich zwischen 150 kHz und 30 MHz.

Im allgemeinen wird die Einhaltung des Funkentstörgrades N gefordert. Dabei wird nach Störspannung und Störfeldstärke unterschieden.

Die Störspannung wird an den Anschlußpunkten aller ankommenden und abgehenden Leitungen der Störquelle gemessen.

Die Einhaltung des Funkentstörgrades N bedeutet, daß innerhalb des vorgenannten Frequenzbereiches bestimmte Werte nicht überschritten werden dürfen. Die Einhaltung nach Funkentstörgrad "K" durch Thyristor-Lichtsteuergeräte bzw. Anlagen bedarf eines untragbar hohen Aufwandes.

Funkentstörgrad "K" ist nach bisherigen Erfahrungen für Bühnen- und Studio-Lichtstellanlagen nicht notwendig, zumal dadurch keinerlei Verbesserung in NF-Bereich erzielt wird.

Die ALTENBURGER / KOBALD-Lichtsteuergeräte sind nach VDE-Funkentstörgrad "N" funkentstört und tragen das Funkschutzzeichen.

Trotz dieser vorgenommenen Schutzmaßnahmen kann es in ungünstigen Fällen notwendig sein, weitere Maßnahmen in der Installation vorzunehmen.

Günstige Voraussetzungen erhält man durch die Schutzmaßnahme "Nullung" mit getrenntem Schutzleiter nach VDE 0100, § 10. Es wird empfohlen, eine Erdringleitung bzw. einen Fundamenterder zu erstellen und möglichst oft mit den Moniereisen des Gebäudes zu verbinden (VDE 0190)

Die gesamte elektrische Installationsanlage, einschließlich der Transformatoren-Sternpunkte, darf nur einmal an einer Stelle geerdet werden. Dadurch, daß der betriebsmäßige stromführende Mp-Leiter nur eimal mit der SL-Schiene und dadurch mit Erde verbunden wird, erreicht man, daß keine Teilströme über verschiedene Erdungswege, z.B. Moniereisen, fließen und unkontrollierte Störfelder erzeugen können.


Lichtstell- und Beleuchtungsanlagen

Installationshinweise:

In laststromführenden Kabeln sollen folgende Leiter vorhanden sein

a) gesteuerte Phase
b) Rückleiter N
c) Schutzleiter PE
d) Heiztrafophase bei Leuchtstofflampensteuerung

Es ist unbedingt darauf zu achten, daß keinerlei Magnetfelder durch Stromschleifen entstehen. Dies gilt insbesondere auch beim Anschluß an Verteilungen, Schränke etc., wo grundsätzlich der bzw. die Phasenleiter und Mittelpunktsleiter dicht nebeneinander auf Klemmen gelegt werden müssen.

Sind aus irgendwelchen Gründen Einzelleiter verlegt (z.B. zwischen Trafozellen und Niederspannungs-Hauptverteilung oder zwischen Thyristorschränken und Rangierverteiler), so müssen Außen- und Mp-Leiter unmittelbar nebeneinander - wenn möglich verdrillt - verlegt werden. In Schaltanlagen und Verteilungen mit Sammelschiene muß die Mp-Schiene in unmittelbarer Nähe der Außenleiter angeordnet werden.
Kabel und Leitungen, die zur gesteuerten Beleuchtungsanlage gehören, sollen möglichst weit entfernt von allen anderen Leitungen verlegt werden, insbesondere von Induktionsschleifen der Schwerhörigen-Anlagen, Mikrofonkabeln etc.

Lassen sich stellenweise Parallelführungen nicht vermeiden, sind die störenden Kabel in Stahlpanzer-Rohr, welches einseitig geerdet wird, zu verlegen.

Als Schutzleiter ist vorteilhaft die konzentrische Umhüllung der Kabel bzw. Leitungen vorzusehen.

Sind keine einwandfreien Erdungverhältnisse zu erreichen, so kann die elektroakustische Anlage über einen "VDE" -mäßigen Trenntransformator betrieben werden.
Bei Wechselstrom-Netzen kann der Schutzleiter auch in 3-adrigen verseilten Kabeln bzw. Leitungen, bei denen die 3 Leiter streng symmetrisch liegen, geführt werden.

Unsymmetrische Anordnungen können dazu führen, daß im SL Spannungen induziert werden.

Bei Verwendung von Vieladerkabeln soll der Schutzleiter möglichst zentral und die zusammengehörigen Hin- und Rückleiter unmittelbar nebeneinander liegen.
Kabelpritschen sollen möglichst aus Kunststoff sein.

Die Räume mit Thyristor-Lichtsteuergeräten sollen möglichst entfernt vom Aufstellungsort der Schwerhörigen- bzw. Dolmetscher-Anlagen, ELA-Anlagen etc. sein.


Elektroakustische Anlagen mit Induktionsschleifen-Schwerhörigen-Anlagen

Induktionschleifen für Schwerhörigen- und Dolmetscheranlagen etc. müssen im Fußboden verlegt werden, damit möglichst geringe Abstände zu den Empfängern und damit große Nutzfeldstärken erreicht werden. Keinesfalls dürfen diese Schleifen in der oberen Hälfte der Wände des Zuschauer-Raumes verlegt werden.

Die Anpassung der Induktionsschleifen an die Verstärker muß optimal sein, damit die volle von der Post zugelassene Leistung ausgenützt werden kann.
Vorteilhaft bieten sich Schwerhörigen-Anlagen auf Infrarot-Basis an.
Die Stromversorgung und Erdung für ELA-Anlagen aus einer anderen Unterverteilung,
als der vom Lichtsteuergerät, entnehmen.

Bei Elektroakustischen Anlagen möglichst niederohmige Mikrofone einsetzen.
Leitungen vom Mischpult zum Endverstärker: Kabel mit magnetischer und elektrischer Abschirmung verwenden.

Alle Schirme von zu- und abgehenden Mikroleitungen an einer gemeinsamen
Stelle zusammenlegen.

Unbenutzte Mikroanschlüsse müssen kurzgeschlossen werden oder den Eingangsregler
auf 0 stellen.

Nach Möglichkeit symmetrische Mikrofonleitungen verwenden, ebenso Lautsprecher
mit niedriger Impedanz einsetzen.

An Mikrosteckdosen dürfen keine Verbindung zwischen Schutzerde und Schirm
des Mikrokabels bestehen.

Mikrofonleitungen sind sternförmig zum Verstärker zu führen.
Mikrofonsteckdosen dürfen nicht parallel angeschlossen werden.

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